Bild: www.presseportal.de

Dieser Artikel im Presseportal macht mich ratlos: Jeder zweite Journalist beklagt, dass seine Presseanfragen nicht beantwortet werden; 4 von 10 ärgern sich über unprofessionelles Pressematerial und Lobhudelei.

Was läuft da schief? Leider gibt die Studie auf Grundlage von 1.740 Befragten keine Auskünfte, warum Pressestellen aus Sicht ihrer Kunden (Journalisten) eine schlechte oder in weiten Teilen verbesserungswürdige Performance liefern. Nachvollziehbar ist das nicht.

Der vordringliche Job der Unternehmenskommunikation ist es, Auskunft zu geben; auch und gerade auf Anfrage. Kein Wunder, dass viele Journalisten den direkten Draht zu den jeweiligen Experten in Unternehmen bevorzugen, der nach der Suchmaschinen-Recherche (rd. 2 Drittel) von jedem zweiten Journalisten bevorzugt wird. Erst an vierter Stelle steht die Anfrage beim Pressesprecher.

Bild: www.presseportal.de
Bild: www.presseportal.deq

UK, wir haben ein Problem!

Und wenn die Journalisten-Anfrage dann am Telefon angenomen wird, passiert immer häufiger das: „Bitte senden Sie uns eine Mail mit Ihrer Anfrage!“ wird dem Rechercheur beschieden. Geht´s noch? Auch hier habe ich keine Idee, warum die Kolleginnen und Kollegen in Unternehmen und Institutionen verstärkt in dieser Weise reagieren.

In meiner aktiven Zeit als Leiter der Unternehmenskommunikation eines großen Energieunternehmens und auch in meiner jetzigen Rolle als externe Sprecher war und ist meine Devise: Der direkte Kontakt zum Journalisten ist für beide Seiten ein Gewinn.

Der Journalist kommt im direkten Gespräch mit der Pressestelle schneller und besser zu einem befriedigenden Ergebnis und auch der Unternehmenskommunikator bekommt ein Bild von der geplanten Berichterstattung. Gerade im direkten Gespräch lassen sich so oft noch ergänzende Aspekte aus Sicht des Unternehmens platzieren, die in einem Mail-Ping-Pong möglicherweise nicht abgefragt werden. Dass der Wunsch nach einem Vorab-Fragenkatalog gerade bei komplizierten technischen, wirtschaftlichen oder juristischen Sachverhalten selbstverständlich und fair ist, akzeptieren Journalisten ungern aber meiner Erfahrung immer dann, wenn das Verhältnis Presse/Unternehmenskommunikation gut gepflegt ist und es im Nachgang auch Antworten auf die Fragen gibt.

Erreichbarkeit ist keine Zauberei

Meine Erfahrung gerade in diesen Tagen für meinen Kunden WSK PULS/STRABAG: Zum Jahrestag eines Meilensteins beim Projekt Wasserspeicher-Kraftwerk Leutenberg/Probstzella bat MDR Thüringen um ein Interview für den geplanten Bericht. Klar, dass ich dieser Bitte nachgekommen bin und ebenso klar, dass am Erscheinungstag des Berichts andere Journalisten aufmerksam und nachfragen werden. Man muss kein Hellseher sein um zu wissen, dass man als Sprecher dann erreichbar sein muss…

Wer mehr über professionellen Umgang mit Journalisten wissen möchte und dabei auch die jahrzehntelange Erfahrung als Wirtschaftsredakteur nutzen möchte, kann mich bzw. meine Agentur gern ansprechen.

Die oben erwähnte Studie steht hier zum Download bereit.

Bild: www.presseportal.de